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Kurzprojekt Freiraumwerkstatt

Kipplore als Sitzbank

Tegelen in den Niederlanden ist historisch geprägt durch die Ton- und Ziegelproduktion. Der Ortsname leitet sich vom lateinischen „tegula“ für Ziegel ab. In den Ziegeleien wurden Kipploren für den Materialtransport eingesetzt. Im Rahmen der Neugestaltung des Ortszentrums griff die Gemeinde Venlo dieses industrielle Motiv auf und ließ die Lore als Sitzbank in den öffentlichen Raum übersetzen.

von Susanne Wannags erschienen am 16.02.2026
Hommage an die Stadtgeschichte: die Kipplorenbänke. © Zebra Fotostudio - Jordy Caris
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Vom Industrieobjekt zum Stadtmöbel

Das Landschaftsarchitekturbüro Burobol entwickelte gemeinsam mit Stadtmöbelhersteller Grijsen eine maßgeschneiderte Sitzbank auf Basis historischer Lorenzeichnungen. Die Lore wurde im charakteristischen Kippwinkel von 48° aufgestellt, wodurch sich eine ergonomische Sitzposition ergibt. Rahmen und Mulde blieben formal erhalten, Sitzfläche und Rückenlehne wurden funktional neu interpretiert. Gelaserte Begriffe wie „Tegelen“ oder „kleiwinning“ (Tonabbau) verweisen auf die lokale Industriegeschichte.

Die Schienen führen teilweise über die Beeteinfassung hinaus bis in den Straßenraum.
Die Schienen führen teilweise über die Beeteinfassung hinaus bis in den Straßenraum. © Zebra Fotostudio - Jordy Caris

Grundkonstruktion

Die Loren stehen auf Betonplatten mit integrierten Stahlschienen. Diese greifen formal das Motiv der früheren Schmalspurbahn auf und übernehmen gleichzeitig die statische Fixierung der Sitzelemente. Die Kipplore wird durch die Schienen hindurch mit Bolzen auf der Betonplatte befestigt. Im Beton befinden sich Schraubhülsen, die eine dauerhafte, vandalismussichere und verdeckte Montage ermöglichen.

Die Lorenbank ist auf einer Betonplatte befestigt.
Die Lorenbank ist auf einer Betonplatte befestigt. © Idenova BV, Entwurf Eric Kruisselbrink

Montage der Schienen

Die Stahlschienen liegen auf Verstrebungen und werden durch die Profile hindurch verschraubt. In den angrenzenden Pflanzbeeten sorgen zusätzliche Stahlverstrebungen dafür, dass die Ränder dauerhaft in Position bleiben. Die Schienen führen teilweise über die Beeteinfassung hinaus bis in den Straßenraum. Die Beeteinfassung liegt unterhalb des Bodenniveaus.

Wiederkehrendes Gestaltungselement

Insgesamt wurden 16 Kipploren im Zentrum von Tegelen installiert. Sie bilden einen durchgehenden roten Faden entlang der Kerkstraat und rund um den Wilhelminaplein. Als wiederkehrendes Gestaltungselement strukturieren sie den Stadtraum, schaffen Aufenthaltsorte und verbinden historische Referenz mit zeitgemäßer Nutzung.

Insgesamt 16 Kipplorenbänke wurden im Zentrum von Tegelen installiert.
Insgesamt 16 Kipplorenbänke wurden im Zentrum von Tegelen installiert. © Zebra Fotostudio - Jordy Caris
Projektinfo

Auftraggeber: Gemeinde VenloOrt: Tegelen (NL)Landschaftsarchitekt: Burobol, www.burobol.nlStadtmobiliar: Grijsen, www.grijsen.de

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