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Studie zu Fledermäusen im Siedlungsraum

Dunkelkorridore mit einplanen

Fledermäuse in Siedlungen meiden Straßenlicht beim Pendeln zwischen Quartier und Jagdlebensraum. Das wies ein Team am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) nach.

von Leibniz-IZW erschienen am 12.12.2025
© Leibniz-IZW
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Große Mausohren (Myotis myotis) – die größten heimischen Fledermäuse – bevorzugen beim Pendeln durch Siedlungsgebiete wenig ausgeleuchtete Bereiche. Das Wissenschaftsteam um Erstautor Dr. Daniel Lewanzik und Projektleiter Prof. Christian Voigt vom Leibniz-IZW plädiert in der Fachzeitschrift „Science of the Total Environment“ für den Erhalt und Ausbau von dunklen Korridoren in Siedlungen zum Schutz nachtaktiver Tiere.

„Unsere Analysen zeigen, dass die Fledermäuse keine zufällige Route durch das Siedlungsgebiet wählten, sondern dunkle Bereiche in möglichst großer Distanz zu Straßenlaternen nutzten“, erklärt Lewanzik. Die Analysen zur Wechselwirkung der Bewegungen mit Landschaftsmerkmalen ergaben weitere Hinweise zum Flug durch das Siedlungsgebiet: In allen drei Untersuchungsgebieten flogen die Fledermäuse häufig entlang von Vegetation an Gewässern. „Dabei suchten sie vermutlich nicht direkt die Nähe zum Wasser, sondern nutzten die Flüsse und Bäche vielmehr als natürliche Dunkel-Korridore“, erklärt Lewanzik.

Die fortschreitende Urbanisierung ist für viele Wildtiere einschließlich der lichtempfindlichen Fledermäuse eine Herausforderung. Lokale Mausohrkolonien entwickeln über Jahrzehnte hinweg eine hohe Treue gegenüber ihren Quartieren, mitunter nutzen sie über viele Generationen – teilweise jahrhundertelang – die Dachstühle alter Kirchen oder Schlösser. Sollten Dunkelkorridore zunehmend heller erleuchtet werden, könnten die siedlungsgebunden Fledermäuse gezwungen sein, ihre Kolonien aufzugeben, so das Autorenteam. Einen Ersatz hierfür gibt es jedoch nicht notwendigerweise. Gleiches könnte passieren, wenn Städte wachsen, aber Dunkelkorridore dabei nicht mitgedacht werden. In der Stadt- und Regionalplanung sei daher darauf zu achten, dass dunkle Grünkorridore, die naturbelassene Gebiete verbinden, erhalten oder sogar ausgebaut werden.

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