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Landesgartenschau Oberhessen 2027

Elf Kommunen, ein gemeinsamer Weg

Die Landesgartenschau Oberhessen 2027 ist mehr als ein Großevent. Sie ist ein Experiment für Zusammenarbeit, Klimaanpassung und regionale Entwicklung im ländlichen Raum. Im Interview mit dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) erklären Florian Herrmann und Thomas Hellingrath, warum Oberhessen bewusst über Gemeindegrenzen hinausdenkt, welche Strukturen dafür nötig sind – und was auch nach 2027 bleiben soll.

von Landesgartenschau Oberhessen erschienen am 18.03.2026
Florian Herrmann und Thomas Hellingrath, Geschäftsführer der Landesgartenschau, geben Einblicke in die Besonderheit der interkommunalen Schau. © Michael Hauler
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Die Landesgartenschau Oberhessen 2027 ist die erste interkommunale ihrer Art in Hessen. Elf Städte und Gemeinden arbeiten dafür über Jahre hinweg eng zusammen. Florian Herrmann und Thomas Hellingrath, Geschäftsführer der Landesgartenschau gGmbH, verantworten die strategische und operative Umsetzung dieses Großprojekts. Sie koordinieren Kommunen, Fachakteure, Politik, Ehrenamt und Fördermittel – und verstehen die Gartenschau nicht nur als Event, sondern als Instrument für die Entwicklung einer ganzen Region.

Es wird die erste interkommunale Landesgartenschau in Hessen. Elf Städte und Gemeinden bereiten sich gemeinsam auf das Event 2027 vor. Was bedeutet dieses Format für die Umsetzung? Florian Herrmann: Das ist eine bewusste strategische Entscheidung. Oberhessen tritt zur Landesgartenschau 2027 nicht als Flickenteppich einzelner Orte auf, sondern als ein gemeinsamer Raum, in dem Leben, Arbeiten und Landschaft ineinandergreifen. Genau darin liegt die Besonderheit: Wir denken Entwicklung nicht innerhalb administrativer Grenzen, sondern in Zusammenhängen. Das macht Oberhessen zu einem bedeutenden Reallabor – auch über Hessen hinaus. Wir testen und lernen. Thomas Hellingrath: Für andere Bundesländer ist Oberhessen von besonderem Interesse, weil wir zeigen, dass auch ländlich geprägte Regionen große Themen wie Klimaanpassung, Freiraumentwicklung und Lebensqualität gemeinsam angehen können. Die Landesgartenschau wird damit zu einem Werkzeug und Impulsgeber für einen Strukturwandel vor Ort.
Kooperation ist nicht nur Voraussetzung, sondern das Herzstück einer interkommunalen Landesgartenschau. Florian Herrmann
Bei elf Kommunen ist die Zusammenarbeit sicherlich aufwendiger als mit Akteuren einer einzigen Stadt. Wie ist es Ihnen bisher gelungen, Kommunen, Fachleute, Bürgerschaft und Politik unter einen Hut zu bekommen? Herrmann: Zwischen den elf Kommunen der Landesgartenschau Oberhessen bestehen spürbare Unterschiede. Entsprechend unterschiedlich gelingt die Einbindung. Gleichzeitig hat die Landesgartenschau Strukturen geschaffen, die es in dieser Form zuvor nicht gab und die sich inzwischen etabliert haben. Das sind etwa thematische Arbeitsgruppen, etwa zu Streuobst, Marketing oder Mobilität, sowie ein monatliches Arbeitstreffen aller Kommunen. Dieser Prozess benötigt Zeit, wird inzwischen aber gut angenommen. Fachakteure sind breit eingebunden – im Aufsichtsrat, im Fachbeirat und in Arbeitsgruppen. Hinzu kommen ein kontinuierlicher Austausch mit politischen Akteuren und eine aktive Beteiligung von Ehrenamtlichen, speziellen Mitmachformaten und lokalen Aktionen. Deutlich wird dabei: Kooperation ist nicht nur Voraussetzung, sondern das Herzstück einer interkommunalen Landesgartenschau. Welche fachlichen Erkenntnisse würden Sie insbesondere Planenden und Verwaltungen mit auf den Weg geben? Hellingrath: Damit eine Landesgartenschau ihr Potenzial entfalten kann, braucht es eine überzeugte Haltung. Verwaltungen und kommunale Spitzen müssen die Chance erkennen und das Projekt aktiv nach außen tragen. Entscheidend ist zudem die frühe Einbindung der Bürger sowie der Kommunalpolitik. Ebenso wichtig ist es, alle relevanten Entscheider frühzeitig einzubeziehen – insbesondere Genehmigungsbehörden, Ministerien und die Staatskanzlei. Formate wie Scoping-Termine oder Runde Tische helfen, Konflikte früh zu klären und Verzögerungen zu vermeiden. Kommunikation ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Ein weiterer Punkt sind konkrete Zeitpläne und feste Deadlines. Sie geben Orientierung, bis wann Ideen eingebracht werden können und ab wann die Umsetzung beginnt. Parallel dazu sollte die regionale Wirtschaft früh eingebunden werden, um Verantwortung zu teilen und Unterstützung zu sichern. Nicht zuletzt entscheidet eine vorausschauende Fördermittelstrategie über den finanziellen Spielraum. Für die Anträge braucht es entsprechende Fachkompetenz. Die Web-Seminar-Reihe „Inside LGS Oberhessen“ rückt die Themen Wertschöpfung, Regionalentwicklung und Klimaanpassung in den Fokus. Warum lohnt sich ein Blick nach innen? Hellingrath: Die Web-Seminar-Reihe verbindet strategische und fachliche Perspektiven – von Wertschöpfung über Regionalentwicklung bis hin zur Klimaanpassung. Wer seine Stadt oder Region zukunftsfähig aufstellen möchte, den lassen wir an unseren Erfahrungen teilhaben. Wir geben unser Wissen gerne weiter.
Info: "Inside LGS Oberhessen": BZL-Web-Seminar-Reihe im April 2026
  • „Inside LGS Oberhessen: Region in Bewegung“ am 21. AprilWie gelingt es, eine ganze Region planerisch, baulich und mobilitätsstrategisch in Bewegung zu setzen? Dieses Web-Seminar gibt einen fundierten Überblick über den aktuellen Planungs- und Umsetzungsstand der LGS Oberhessen.
  • „Inside LGS Oberhessen: klimaresiliente Freiräume” am 22. AprilDieses Web-Seminar zeigt, wie klimaresiliente Freiräume konzipiert und umgesetzt werden können. Im Mittelpunkt stehen klimagerechte Pflanzkonzepte, gestalterische Leitlinien und praktische Erfahrungen aus der Planung.
  • „Inside LGS Oberhessen: Wertschöpfung aus und für die Region“ am 28. April Landesgartenschauen sind mehr als ein Ausstellungserlebnis – sie sind ein regionalökonomischer Hebel. Dieses Webseminar beleuchtet, wie man lokale Akteure einbindet, regionale Wirtschaftskreisläufe stärkt und nachhaltige Wertschöpfung generiert.
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