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Weltkongress Gebäudegrün

Gute Gründe für den Besuch des Weltkongresses

Am 9. Juni startet der dreitägige Weltkongress Gebäudegrün in Berlin, der alle drei Jahre stattfindet. BuGG-Präsident Gunter Mann gibt Einblicke, was uns 2026 erwarten wird.

von Heike Vossen erschienen am 09.03.2026
Der Weltkongress Gebäudegrün gibt Einblicke in internationale Projekte – hier das Hotel Parkroyal Pickering in Singapur (Architektur: WOHA) © Bundesverband Gebäudegrün e. V.
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Zur Person
Dr. Gunter Mann
Präsident des Bundesverbands GebäudeGrün e. V. (BuGG)
Der Weltkongress Gebäudegrün findet alle 3 Jahre in Berlin statt – worin unterscheidet sich dieser von den jährlich stattfindenden BuGG-Fachkongressen? Die BuGG-Fachkongresse, die in den Jahren zwischen den Weltkongressen stattfinden, beleuchten bestimmte Schwerpunkte, die uns in Deutschland beschäftigen – etwa die Themen Solargründach, Biodiversität, Gebäudegrün und Bestandsgebäudegrün. Diese werden durch etwa 20 nationale Referierende vorgetragen und mit ihnen diskutiert. Die Teilnehmendenzahl der zweitägigen Fachkongresse bewegt sich bei etwa 300. Der dreitägige Weltkongress Gebäudegrün ist dagegen eine ganz andere Dimension! Das ist das Branchen-Event schlechthin! Wir erwarten zum Kongress 2026 in wenigen Wochen über 80 Referierende aus über 20 Ländern (Asien, Amerika, Australien, Europa), die in fünf parallel bespielten Räumen verschiedene Themenschwerpunkte vorstellen. Die Tage 1 und 2 bieten Fachvorträge, Diskussionen und eine Fachausstellung. Tag 3 ermöglicht Exkursionen zu besonderen Begrünungsprojekten in Berlin. Eine begleitende Fachausstellung mit etwa 50 Ausstellenden und eine Posterausstellung zu aktuellen Forschungsprojekten bieten einen eindrucksvollen Rahmen für die erwarteten 800 Teilnehmenden. Im Jahr 2023 hatten wir sogar fast 1.100 Teilnehmende aus 39 Ländern.
Der dreitägige Weltkongress Gebäudegrün ist das Branchen-Event schlechthin! Wir erwarten zum Kongress 2026 über 80 Referierende aus über 20 Ländern. Gunter Mann, Präsident BuGG
Dennoch: Rund 70 % der Teilnehmenden kommen aus Deutschland. Es werden viele aktuelle Themen behandelt, die uns im deutschsprachigen Raum betreffen, und dabei werden immer wieder Erfahrungen aus anderen Ländern eingespielt. Auf welche Themen und Referierende dürfen wir uns freuen? Welche Bedeutung der Weltkongress Gebäudegrün auch in der Politik hat, zeigt sich darin, dass der Bundesumweltminister Carsten Schneider seine Schirmherrschaft und eine Begrüßungsrede zugesagt hat. Bei den Keynotes und weiteren Vorträgen kommen hochkarätige Referierende auf die wir uns freuen dürfen: Planende wie Mun Summ Wong (WOHA-Architekten Singapur), Werner Sobek (Werner Sobek AG, Deutschland), Andrea Gebhard, Patrick Blanc (Mur Vegetale, Frankreich); außerdem von deutschen Hochschulen Michael Braungart, Manfred Köhler und Nicole Pfoser. Zwischen den Keynotes zu Beginn und zum Abschluss der Veranstaltung beleuchten wir verschiedene Themenblöcke näher: Architektur-Praxisbeispiele, Biodiversität, Gesundheit, Markt, Nachhaltigkeit/Energie/Solargründächer, Politik/Bildung, Regenwasserbewirtschaftung, Städtestrategien und Technik. Letztlich wird es eine Qual der Wahl, zu welchen Vorträgen man geht. Der Tagungsband für die Teilnehmenden, gibt einen Gesamtüberblick über alle Vorträge. Gibt es in dieser Fülle an Programm ein oder mehrere Highlights, die man als Kongressbesucher nicht verpassen sollte? Sicherlich wird die Conference Party am 1. Kongressabend etwas Besonderes sein, oder auch die Vorstellung der Gewinner des BuGG-Wettbewerbs „Gebäudegrün des Jahres 2026“ am Ende des 2. Kongresstages. Die Mischung an interessanten Themen und Menschen ist bunt. Ich selbst freue mich beispielsweise auf Patrick Blanc und die geplante Podiumsdiskussion mit Werner Sobek und Mun Summ Wong. Gespannt bin ich auch auf Themen, die vielleicht so nicht erwartet werden: Dazu zählen ein Erfahrungsbericht mit Dachbegrünung in Kroatien oder Einblicke in die Lobbyarbeit in Brüssel.
Das Aufgabenspektrum der Gebäudebegrünung ist groß – aber welche Themen sind aktuell angesagt oder drängend – zumindest innerhalb Deutschlands? Top-Themen, die uns beschäftigen, sind weiterhin „Solargründächer“. Noch immer ist vielen nicht klar, was es bei der Kombination PV und Begrünung zu beachten gilt. Außerdem gefragt sind „Biodiversitätsgründächer“, die mehr sind als nur ein paar Tothölzer, ebenso „Retentionsgründächer“, die vorausschauend eingeplant werden müssen. Wichtig sind zudem „Brandschutz“ und „Pflege“. Sorge bereitet uns, dass womöglich beim Turbobauen auf Bebauungspläne mit Dach- und Fassadenbegrünung verzichtet werden könnte. Wo bleibt die Klimafolgenanpassung? Die meisten Gebäudebegrünungen entstehen immer noch durch die kommunalen Förderinstrumente wie B-Pläne und Gestaltungssatzungen. Daran darf nicht gerüttelt werden!
Sorge bereitet uns, dass beim Turbobauen auf Dach- und Fassadenbegrünung verzichtet werden könnte. Wo bleibt die Klimafolgenanpassung? Gunter Mann, Präsident BuGG
Großes Interesse erfahren wir beim „Begrünen im Bestand“, insbesondere bei denkmalgeschützten Gebäuden, und bei unseren Online-Fortbildungen zu BuGG-zertifizierten Fachberatern und Fachberaterinnen Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung.
Leuchtturmprojekt Gebäudegrün: Die Calwer Passage in Stuttgart (Planung: Werner Sobek AG)
Leuchtturmprojekt Gebäudegrün: Die Calwer Passage in Stuttgart (Planung: Werner Sobek AG) © Bundesverband GebäudeGrün e. V.
Immer mehr Dachflächen werden begrünt – das belegen die Zahlen im Marktreport Gebäudegrün, den der BuGG mit der 2025er Ausgabe schon zum sechsten Mal in Folge herausgebracht hat. Welche weiteren Entwicklungen sind aus diesen Zahlen abzuleiten? Auch wenn wir im Vergleich zum Vorjahr bei der Dachbegrünung etwas größere Abstriche und bei der Fassadenbegrünung nur leichte Zuwächse verzeichnen konnten, so bewegen wir uns in Deutschland auf einem recht guten Niveau. 9 Mio. m² neue Dachbegrünung und fast 140.000 m² neue Fassadenbegrünung in einem Jahr sind schon eine Hausnummer! Im Jahr 2008 waren es noch knapp 4 Mio. m² Dachbegrünung und 2019 38.000 m² bei der Fassadenbegrünung.
Obwohl 9 Mio. viel klingt – das sind nur etwa 13 % der deutschlandweit neu entstandenen Flachdachflächen, die begrünt wurden! Gunter Mann, Präsident BuGG
Die Entwicklung bei den kommunalen Förderinstrumenten ist sehr positiv: Direkte Förderung durch Städte über finanzielle Zuschüsse: 55 % der deutschen Städte mit über 50.000 Einwohnern fördern Dachbegrünungen. Durch Festsetzung in Bebauungsplänen fördern die Städte auch indirekt – fast 90 % der deutschen Städte über 50.000 Einwohner verlangen Dachbegrünungen. Bei der Fassadenbegrünung sind die Zahlen ähnlich, doch etwas weniger. Wir müssen jedoch dranbleiben! Obwohl 9 Mio. viel klingt – das sind nur etwa 13 % der deutschlandweit neu entstandenen Flachdachflächen, die begrünt wurden! Der Handlungsbedarf bleibt also groß. Wir als Verband müssen mit unseren Mitgliedern und Kooperationspartnern durch Aufklärungsarbeit und Wissenstransfer weiter in Richtung begrünte Zukunft gehen.
Wer unterstützt den Weltkongress?

Organisiert wird der Weltkongress vom Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG) mit der Unterstützung von internationalen und nationalen Partnern. Dazu zählen der Europäische Verband European Federation of Green Roof & Wall Associations (EFB), der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) und der Fachverband für Raum- und Hydrokultur e. V. (FVHF). Die Schirmherrschaft obliegt dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Anmeldeinfos

Termin: 09. – 11.06.2026

Veranstaltung: Weltkongress Gebäudegrün

Veranstaltungsort: Hotel MOA Berlin, Stephanstraße 41, 10559 Berlin

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