
Großes bdla-Treffen in Hagen
Volles Haus bei den 28. bdla-Bauleiter:innen-Gesprächen in Hagen mit rund 600 Teilnehmern. Das erfolgreiche Format soll im Folgejahr am gleichen Standort stattfinden.
von Heike Vossen erschienen am 02.02.2026Der Ortswechsel war notwendig geworden, nachdem die Vorjahresveranstaltungen in Bochum jeweils binnen weniger Tage ausgebucht waren. Mit 545 zahlenden Teilnehmenden – mehr als 150 zusätzlich gegenüber Bochum – bestätigte sich auch in Hagen der anhaltende Zuspruch; erstmals konnte die Warteliste vollständig abgearbeitet werden.
Die zweitägige Fortbildungsveranstaltung umfasste an eineinhalb Tagen Fachvorträge mit vertiefenden Diskussionen. Ergänzend wurden Seminare sowie Exkursionen angeboten, unter anderem zum Hafenquartier an der südlichen Speicherstraße in Dortmund, zum Klimagarten Schwerte und zum BOB-Campus in Wuppertal.
„Die viel beschworene Handschlagmentalität auf dem Bau kehrt aufgrund der steigenden Komplexität nicht zurück.“ Felix Möhring, Professor an der TH Ostwestfalen-Lippe
Rund 300 Teilnehmende nutzten das am ersten Abend stattfindende Get-together am Veranstaltungsort für intensiven fachlichen Austausch und Vernetzung. Der bdla zieht eine ausgesprochen positive Bilanz und beabsichtigt, den Standort auch im kommenden Jahr beizubehalten.
1Ein Auszug aus den Fachvorträgen in Kürze
Immer gefragt – das Normen-Update des bdla-Fachsprechers zu Bautechnik und Normenwesen, Tom Kirsten: In seinem Vortrag thematisierte er die Neuerungen aus DIN, FLL und DWA und berichtete über Pilotprojekte zur Versickerung. Den umfangreichen Fachbericht „Biodiversität“, entstanden unter der Regie von Theresa Edelmann, hob Kirsten gesondert hervor. Dieser wird durch einen begleitenden Bildband über Tiere und Pilze ergänzt.
Sebastian Schattenfroh, Justiziar des bdla, vertiefte wie in den vergangenen Jahren die rechtlichen Fallstricke. In diesem Jahr standen Nachtragsangebote im Fokus seines Vortrags – zu häufig machten sich die Planer hier Arbeit, die nicht nötig sei, so sein Resümee: „Basis für Nachträge ist die Leistungsbeschreibung im Vertrag. Hier ist festgelegt, was zu leisten ist.“ Etwa, ob Nachträge überhaupt geprüft werden müssen oder die Aufforderung an den Auftraggeber zurückzuweisen ist. Denn komplexe Rechtsfragen dürfen und können Planer nicht lösen. So wird die Prüfung von Bauzeitnachträgen klar als Rechtsberatung eingestuft. Der Landschaftsarchitekt ist hierbei nur zur Mitwirkung verpflichtet. Erst wenn geklärt ist, ob die Nachträge gerechtfertigt sind, ergänzt der Planer mit fachlicher Expertise den weiteren Verlauf.
Felix Möhring, Professor an der TH Ostwestfalen-Lippe, spricht über den Umgang mit möglichen Störungen im Bauablauf aus baubetrieblicher Perspektive. „Die viel beschworene Handschlagmentalität auf dem Bau kehrt aufgrund der steigenden Komplexität nicht zurück.“ Er fordert daher ein neues Werteverständnis der Beteiligten, einen Verhaltenskodex, der Kooperationen fördert.
Dietmar Ulonska, bis 2024 beim Betonverband Straße, Landschaft, Garten e. V., kritisiert die Fülle und Widersprüche von Regelwerken bei Betonpflaster. Als Vision stellt er ein zukünftiges Regelwerk in den Raum, das gebundene und ungebundene Bauweisen integriert. Die aktuelle Flut an ergänzenden Merkblättern könne man dann bis auf eines alle abschaffen.
Astrid Zimmermann, Professorin an der Hochschule Osnabrück, lotet den Spielraum zwischen Regelwerk und Gestaltungsfreiheit anhand einiger Beispiele aus. Es gelte, Gefahren vorab abzuwägen, um kontextabhängig von Normvorgaben abzuweichen.
Mark von Wietersheim, Rechtsanwalt und Geschäftsführer forum vergabe e. V., erläutert die IPA, die Integrierte Projektabwicklung. Diese Methode dient bei komplexen Bauvorhaben dazu, Konflikte zu kanalisieren und bereits früh im Projektstadium gemeinsam zu lösen. Planung und Ausführung sind als Projektpartner schon früh ins Vorhaben eingebunden und tragen wir alle Projektbeteiligten die Chancen und Risiken gemeinsam. Für die Partnerauswahl ist die Konsensfähigkeit der Parteien entscheidend – denn alle Abstimmungen müssen einstimmig erfolgen.
Silke Sous vom Aachener Institut für Bauschadenforschung (AIBAU) spricht erfrischend klar über niveaugleiche Schwellen, Barrierefreiheit und abgestimmte Ausführungen (früher Sonderlösungen). Die Forschungsberichte des Instituts stehen zum Download frei: www.aibau.de
Landschaftsarchitekt Markus Ilgas, Sachverständiger für Sportanlagen, referiert über Bewässerungsanlagen, die für Sportanlagen immer wichtiger werden. Obwohl die Niederschlagsmenge in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen sei, bleibe das Problem der ungleichen Verteilung. Ein Lösungsansatz: Grauwasser lasse sich optimal als Betriebwasser nutzen und sollte daher stärker in den Fokus rücken.








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